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Inklusion – oder: Gemeinsames Lernen!

Gemeinsames Lernen am Konrad-Adenauer-Gymnasium im Schuljahr 2016/17

“Einer für alle – alle für einen!” – Für dieses allseits bekannte Motto hat sich die zweite Inklusionsklasse des Konrad-Adenauer-Gymnasiums mit Beginn des Schuljahres 2016/2017 entschieden, um sich gemeinsam den Herausforderungen des längeren Gemeinsamen Lernens zu stellen.

Einige Bilder von der Klassenfahrt nach Hinsbeck:

Fotos: Sandra Kortboyer

Das bedeutet, dass es nun sowohl in der fünften als auch in der sechsten Jahrgangsstufe eine Klasse gibt, in der Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Förderschwerpunkt Lernen (LE) zusammen mit Gymnasialkindern zieldifferent unterrichtet und individuell gefördert werden.

Obwohl die im 9. Schulrechtsänderungsgesetz und der Ausbildungsordnung sonderpädagogische Förderung (AO-SF) geforderte und gesetzlich verankerte inklusive Bildung aller Kinder durchaus von allen Beteiligten immer wieder kritisch beäugt und auch hinterfragt wird, haben die unterrichtenden Lehrer/innen mit Unterstützung der Sonderpädagoginnen mittlerweile einen guten Zugang zu den neuen, “besonderen” Kindern gefunden und stellen sich den Herausforderungen, die eine gemeinsame Beschulung lernschwacher und leistungsstarker Schüler/innen mit sich bringt.

Hier ein Blick in die Räumlichkeiten:

Schülerinnen und Schüler im Gemeinsamen Lernen am KAG

Mit Beginn des Schuljahres 2016/2017 werden insgesamt zehn Kinder mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Förderschwerpunkt Lernen gem. § 4 (2) AO-SF beschult, wovon vier die Klasse 5b und sechs die Klasse 6b besuchen. Sie werden in der so genannten “GL-Klasse” (GL = Gemeinsames Lernen) gemeinsam mit 21 (5b) bzw. 19 (6b) Gymnasialkindern unterrichtet und gefördert.

Diese zehn Kinder weisen sowohl in ihren kognitiven Funktionen und / oder ihrer sprachlichen Entwicklung und / oder ihres Sozialverhaltens mehr oder weniger umfassende Lern-  und Leistungsausfälle auf. Sie müssen zieldifferent gefördert und gefordert werden, was im Sinne der Inklusion im Rahmen einer inneren und äußeren Differenzierung geschehen sollte. Hierbei ist das psychische Wohl der Kinder besonders zu berücksichtigen, arbeiten sie als “Leistungsschwächere” doch mit den leistungsstärksten Kindern unsers Schulsystems innerhalb eines Klassenverbandes zusammen.

In jeder Klasse befindet sich zudem je eine Schülerin, die einen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation (HK) gem. §7 (3) AO-SF im Sinne einer Schwerhörigkeit aufweist. Die beiden Mädchen werden zwei Stunden wöchentlich von einer Sonderpädagogin der Erich-Kästner-Schule in Wesel unterstützt und nehmen zielgleich am Unterricht der Regelschülerinnen und -schüler teil.

Des Weiteren befindet sich in der Klasse 7 ein Junge, der einen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Bereich der Emotionalen und sozialen Entwicklung aufweist. Er nimmt zielgleich am Unterricht der Gymnasiasten teil und wird 2 Stunden pro Woche sonderpädagogisch von uns begleitet.

Klassen- und Lehrerbesetzung

Die beiden Inklusionsklassen am Konrad-Adenauer-Gymnasium werden in diesem Schuljahr mit insgesamt 27,5 Stunden in Doppelbesetzung (Gymnasiallehrer und Sonderpädagoge) unterrichtet und gefördert, wovon zurzeit 15 Stunden in die Klasse 5 und 13 Stunden in die Klasse 6 fließen.

Beide Sonderpädagoginnen fungieren als Mitglied einer Klassenleitung und haben somit einen engen Bezug zu allen Kindern der beiden Klassen.

Es wurde darauf geachtet, dass aktuell beide Klassen in den Hauptfächern von zwei Lehrern betreut werden. In den Nebenfächern ist dies nur noch äußerst eingeschränkt für eine Stunde in der Klasse 6 und drei Stunden in der Klasse 5 möglich.

Der Unterricht in den Fächern Englisch und zumeist auch Mathematik findet im Rahmen einer äußeren Differenzierung statt, in Deutsch und allen Nebenfächern werden die GL-Kinder gemeinsam mit den Gymnasialkindern unterrichtet, wobei sie zusätzliche Erklärungen und / oder in Qualität und Quantität angepasste Aufgabenstellungen erhalten. Jede Inklusionsklasse besitzt einen Nebenraum, der durch eine Glastür und ein Fenster an den eigentlichen Klassenraum angebunden ist, so dass die räumliche Nähe und Anbindung an den Unterricht des Gymnasiums gegeben ist.

Unterricht und Soziales Lernen

Alle GL-Kinder fühlen sich in der Schule wohl. Ein Kennenlernnachmittag vor dem Schulwechsel hat dazu geführt, dass sowohl Eltern als auch Kinder die zukünftige Lernumgebung sowie das Klassenleitungsteam kennenlernen und somit bestehende Ängste und zum Teil große Sorgen eingedämmt werden konnten. Die in den Klassen unterrichtenden Gymnasialkollegen haben die Herausforderung des Gemeinsamen Lernens angenommen und nehmen bei Bedarf die Beratung und Unterstützung durch die Sonderpädagogen in Anspruch.

Durch ein gemeinsames Klassenmotto, das soziale Lernen, das durch Sozialpädagoginnen angeleitete Projekt “Wir sind Klasse!”, Ausflüge, das unmittelbare Eingehen auf Probleme sowie nicht zuletzt durch den Einsatz unterschiedlicher Sozialformen, bei der leistungsstarke Schüler mit leistungsschwächeren zusammenarbeiten, wird das soziale Miteinander gefördert.

Ein erstes Konzept wurde erstellt, evaluiert und aktualisiert. Es wird allen in der Klasse unterrichtenden Kollegen zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Erprobungsstufenkonferenzen besteht zudem regelmäßig die Möglichkeit eines gemeinsamen Austauschs.

Sandra Kortboyer (Sonderpädagogin/Förderschullehrerin)

Konrad Adenauer Gymnasium Kleve

Konrad Adenauer Gymnasium Kleve