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Schulpartnerschaft mit Schweden

Auch in Schweden hat das KAG eine Partnerschule, mit der intensiver Kontakt gehalten wird. Reglmäßig findet ein Austausch statt.

Berichte mit Bezug zum Schweden-Austausch:

Aus den Anfangstagen des Schweden-Austauschs

Bericht über den Schüleraustausch des Konrad-Adenauer-Gymnasiums mit dem Fenix Kunskapscentrum in Vaggeryd           

von Walter Gruitrooy, Stand: Febr. 2012

Es begann mit einem Telefonanruf, der mich am 24. April 2001 erreichte.

Am anderen Ende der Leitung war Olaf Hustadt, ein ehemaliger Schüler aus einem Chemie- Leistungskurs, den ich Anfang der achtziger Jahre an einem Dinslakener Gymnasium unterrichtet hatte: Ob ich mich noch an ihn bzw. den Kurs erinnern könne… usw. Nach wenigen Minuten hatten wir alte Geschichten aus der Schulzeit ausgetauscht und ich erfuhr, dass Olaf jetzt Lehrer für Deutsch und Sport an einem Oberstufenzentrum in der kleinen südschwedischen Stadt Vaggeryd war. Und dann kam der Stein sehr schnell ins Rollen:

Die Schule, das Fenix Kunskapscentrum, suchte weltweit Kontakte zu anderen Schulen, um ihren Schülern für die Zukunft internationale Erfahrungen und Perspektiven zu bieten. Olaf fragte nun an, ob an unserer Schule in Kleve eventuell Interesse an einem Kontakt zu seiner Schule bestehen würde. Als Schwerpunkt in Olafs Abteilung galt die naturwissenschaftliche Ausbildung und von seinem Fach her natürlich auch „Sport“ als Anknüpfungspunkt. Gleichzeitig könnten die Schüler ihre „Deutschkenntnisse“ verbessern.

Ein kurzer, intensiver e-mail -Wechsel mit dem für die Naturwissenschaften zuständigen Kollegen Herrn Seuken ergab, dass er die Idee  interessant fand und mich bat, so schnell wie möglich detailiertere Informationen zu besorgen. Dann ging es bereits wenige Tage später zu einem Vorgespräch mit dem Schulleiter, Herrn van Leewen, der grundsätzlich erst einmal „grünes Licht“ gab und uns etwa sagte: „Probieren Sie das einfach mal. Wir werden dann ja sehen, was dabei herauskommt.“

Danach kam die erste persönliche Kontaktaufnahme einiger Kollegen mit Olaf Hustadt in Kleve Ende Oktober 2001, die Themenkonkretisierung für unser erstes gemeinsames Projekt, Terminabsprachen und Koordination der Schulen (z. B. liegen die Ferien und die Abiturtermine  in Schweden an ganz anderen Terminen als bei uns) und viele weitere „Kleinigkeiten“, die zu berücksichtigen waren. Im Dezember und Januar wurde dann das erste Projekt mit „sportmedizinischem Schwerpunkt“ abgesprochen: Trainingserfolge in verschiedenen Sportarten und Vergleichsgruppen. Einbezogen waren die Fächer Sport (Ansprechpartner in Kleve: Herr Hollands), Chemie (Herr Gruitrooy) und Informatik (Herr Seuken).  Dieses Projekt wurde dann mit einem immensen Aufwand (Trainingspläne, medizinische Blutuntersuchung : Blutgasanalyse und Lactatmessung,  Auswertungen und Erklärung der Messdaten) im Laufe der nächsten Monate in beiden Ländern durchgeführt. (s. auch RP- Bericht: 31.01.2002)

Dazwischen gab es über Pfingsten 2002 einen ersten Besuch von vier Lehren des KAG in Schweden, um den persönlichen Kontakt zur Schulleitung und den Kollegen des „Fenix“ herzustellen. Danach wussten wir auch konkret, dass die Fahrstrecke etwa 1000 km beträgt und zwei Fährüberfahrten beinhaltet, der Schüleraustausch demnach zwar machbar war, aber die Schulen auch nicht nur einen „Katzensprung“ voneinander entfernt lagen.

Die Entfernungen in Schweden werden ganz anders wahrgenommen als bei uns: Wenn man sich erst einmal darüber klar geworden ist, dass Vaggeryd ganz im Süden Schwedens ca. 40 km von der nächstgrößeren Stadt Jönköpping entfernt (in der Gegend Smaland) liegt -von Stockholm gut 400 km entfernt- und Stockholm eigentlich auch noch in Südschweden liegt, während sich nördlich davon noch ca. 2000 km relativ dünn besiedeltes Land bis über den Polarkreis hinaus erstreckt, wird einem allmählich deutlich, wie „lang“ das Land ist. Dazu kommt, dass in ganz Schweden nur ca. 9 Millionen Menschen wohnen, davon der größte Teil konzentriert in den vier größten Städten im „Süden“ des Landes. Daraus ergibt sich, dass die „ländlichen“ Gebiete relativ dünn besiedelt sind. Das heißt konkret für Vaggeryd z.B.: Das Einzugsgebiet der Schule hat einen Radius von ca. 40 km! Es ist in Schweden nicht unüblich, zur Arbeit tägliche Anfahrtswege von 60 km zurückzulegen, allerdings bei relativ wenig Verkehr auf den  Straßen zwischen Seen und Wäldern. Hier trifft man dann auch schon mal auf Elche (so etwas wie das schwedische „Wappentier“).

Die ersten Schülerkontakte mit Vorstellung und Vergleich der Projektergebnisse fanden dann im September 2002 in Kleve statt. 22 schwedische Schülerinnen und Schüler hatten sich per Bus auf den weiten Weg gemacht. Der Schulleiter des „Fenix“ Anders Brunberg und Olaf Hustadt waren als Begleiter dabei und brachten für das KAG als Gastgeschenk ein typisches schwedisches Verkehrsschild mit: „Warnung vor Elchen“ (hängt heute im Lehrerzimmer).

Im nächsten Frühjahr (2003) begleitete uns die stellvertretende Schulleiterin des KAG, Frau Haas, nach Vaggeryd und machte mit uns den offiziellen „Antrittsbesuch“.

Seitdem finden in der Regel zweimal jährlich (Frühjahr und Herbst) Austauschbesuche von Schülern in Vaggeryd bzw. in Kleve statt, meist verknüpft mit der Erarbeitung gemeinsamer Projekte. (s.o. )

Weitere Projektthemenwaren z.B.:

  • Wettbewerb zum Bau und Programmierung von Robotern (LEGO- Technik!), die spezielle Aufgaben zu erfüllen hatten.
  • Vergleichender Fitness- Test bei Grundschülern (Wer ist „fitter“,  deutsche oder schwedische Kinder?)
  • Lösung von Astronomieproblemen mit speziellen Computerprogrammen
  • Auswirkungen der Finanzkrise auf die GM-Konzern-Töchter Opel (Deutschland) und Saab (Schweden)
  • Gesellschaftliche und politische Entwicklungen (Globalisierung, Energieversorgung, Strukturwandel)

Natürlich bilden diese Projekte nur den „Kern“ des Austausches. Darum herum sind die Begegnungen in den Familien und der Kontakt der Schüler untereinander (wie auch das Kennenlernen der verschiedenen Schulsysteme) der wichtigste Teil des Austauschs.

Nach den bei der Ankunft üblicherweise meist „vorsichtigen“ Begrüßungen und ersten Absprachen gab es -hier wie dort-  immer sehr schnell einen entspannten privaten Kontakt der Schüler untereinander, der sich in gemeinsamen Unternehmungen in der Stadt und z. B. Geburtstagsfeten schnell persönlich weiterentwickelte und zum Teil über Jahre andauerte.

Dazu trugen auch die Besichtigungsprogramme bei, die der jeweiligen Besuchsgruppe spezielle Einblicke in das Leben vor Ort ermöglichten um das Verständnis füreinander zu fördern:

In Schweden z.B.:

  • Besuch von Göteborg
  • Stockholm mit Vasa-Museum etc.
  • Växjö nur 100 km von Vaggeryd (inzwischen durch den dort beheimateten „Smaland – Flughafen“ von Weeze aus preiswert mit dem Flugzeug zu erreichen, was enorme Zeit und manchmal sogar Kosten beim Austausch erspart.)
  • Kleva- Gruva (eine inzwischen stillgelegte, früher sehr wichtige schwedische Erzmine)
  • Jönköpping , Gränna und Insel Visingsö am Vättern- See
  • gemeinsame Sportveranstaltungen und Grillen ……. und so weiter.

In Deutschland z.B.:

  • Besuch des Ruhrgebietes (größter Ballungsraum Europas/ vgl. dünnbesiedeltes Schweden) mit Führung am Hochofen im Landschaftspark Duisburg
  • Besuch des Museums Zeche- Zollverein, Stadtbesichtigung Essen
  • Besichtigung der Landeshauptstadt Düsseldorf (mit speziellen Museums- Besuchen)
  • Universität Nijmegen
  • Römermuseum und Ausgrabungen in Xanten

– obligatorischer gemeinsamer Grillabend am Tag vor der Abreise bei Familie Seuken in Hassum und viele weitere „Einzelaktionen“.

Ein Höhepunkt des jetzt 10-jährigen Kontaktes waren auf jeden Fall die Feierlichkeiten zum Jubiläum des Schulaustauschprogrammes in Vaggeryd. Fixpunkt war die am 15. u. 16. September 2011 in Vaggeryd anberaumte „Fenix- World– Conference“. Zum 10. Jubiläum waren weltweit die Partnerschulen eingeladen um in Lehrer- und Schülerseminaren globale Themen anzusprechen und zu diskutieren. Die enorme Bandbreite der Beiträge aus Kenia, Japan, Polen, Tschechien, Deutschland, Spanien, Italien und weiteren Ländern hat Lehrer wie Schüler stark beeindruckt.

Einen Eindruck aus Schülersicht bildet der Artikel von Sofia Jadebeck (z. Zt. Jahrgangstufe 12), der im Anhang beigefügt ist.

Die freundlichen Kontakte, die im Laufe der Jahre mit verschiedenen Kollegen beider Schulen geknüpft werden konnten, haben trotz der (natürlicherweise) immer wieder wechselnden Schülergruppen eine selbstverständliche Kontinuität erreicht, die es m.E. lohnenswert erscheinen lässt, in den nächsten Jahren weiter ausgebaut zu werden.


Schwedenaustausch 2011

von Sofia Jadebeck

Vom 12.09. bis zum  16.09.2011 war es mal wieder so weit: Wie viele Jahre zuvor fand auch dieses Jahr der Schüleraustausch zwischen dem Konrad-Adenauer-Gymnasium und der Partnerschule Fenix Kunskapscentrum in Schweden statt. Ungefähr 15 deutsche Schülerinnen und Schüler nahmen dieses Mal teil, von denen alle vom Austausch begeistert waren und am liebsten dort geblieben wären.

Während unserem Besuch haben wir innerhalb fast einer Woche sehr viel erleben können. Wir besichtigten  eine alte Mine, die im Jahre 1691 errichtet wurde und jahrelang als größte in ganz Skandinavien galt. Die Höhle war sogar teilweise gefroren (nur 1° C dort unten!) und zum Schluss durften wir sie in kleinen Gruppen alleine erkunden. Trotz unerwarteter Kälte, ein wahrhaft schönes Erlebnis!

Am nächsten Tag fuhren wir zum zweitgrößten See in Schweden und besuchten dort Gränna, ein altes Städtchen, das berühmt ist für seine Schwedische Spezialität „Polkagrisar“ (in Deutschland als Zuckerstangen bekannt). Bei der Herstellung konnte man sogar live zusehen. Anschließend waren wir in Jönköping und sind dort mit unseren Austauschpartnern shoppen  und abends essen gegangen.

Das Highlight des Austausches war die „Fenix World Conference“: Während unseres Besuchs hielt unsere schwedische Partnerschule zufälliger- und glücklicherweise eine internationale Konferenz mit Schwerpunkt auf global nachhaltige Entwicklungen z.B. in Umweltschutz, Energieproduktion, Menschenrechte und dergleichen. Neben Deutschland nahmen auch Kenya, Japan, Spanien, Tschechien, Polen und Frankreich Teil. Zusammen mit den schwedischen Schülern sahen wir uns Vorlesungen zu den  Themen Klimawandel („Youth Climate Action!, Wake Up Call!“) und  Präsentationen über medizinischem und technologischem Fortschritt in Afrika an. Die einzelnen Gastnationen hielten Seminare, von denen man aussuchen konnte, für welche man sich eintragen wollte. Wir Deutschen z.B. haben über die Veränderungen im Ruhrgebiet gesprochen, da wir dort her kommen und vielen noch nicht bekannt ist, wie sehr so manche Vorstellung über unsere Heimat obsolet geworden ist. Interessant war nach unserer Präsentation mit Menschen aus aller Welt zu diskutieren und deren und unsere Situationen zu vergleichen. Gäste von anderen Ländern wie z.B. Kenia haben einen Tanz- und Gesang- Workshop gestaltet, unsere Freunde aus Japan sprachen von dem Erdbeben dieses Jahr und seinen Konsequenzen (auf sozialer und ökonomischer Ebene), unsere schwedischen Gastgeber leiteten ein Seminar über Kreativität und Zusammenarbeit und wie man mithilfe dieser Mittel vieles verändern und beeinflussen kann, insbesondere im Bereich Milieu- und Klimawandel. Abends veranstaltete die Schule sogar eine Disko, ein perfekter Ausklang mit bester Stimmung für unseren Besuch, da wir am nächsten Tag leider schon abreisen mussten und so den zweiten Teil der „Fenix World Conference“ verpassten.

Also zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Austausch wirklich Spaß gemacht hat, wir viele neue Freunde aus aller Welt treffen und Erlebnisse sammeln konnten und von den verschiedenen Kulturen inspiriert wurden.

Wir hoffen, wir können demnächst nochmal günstig nach Schweden fliegen und unsere liebgewonnenen Austauschpartner wiedertreffen!

RP_31.01.2002

Konrad Adenauer Gymnasium Kleve

Konrad Adenauer Gymnasium Kleve