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Worum geht es in der Montessori-Pädagogik?

Ausgangspunkt und Kern der Montessori-Pädagogik ist das Phänomen der Konzentration. Maria Montessori, die Namensgeberin dieser Pädagogik, entdeckte das Bedingungsgefüge, unter welchen Bedingungen Konzentration wiederholbar zu machen ist:

  1. Die Freiheit des Kindes muss respektiert werden
  2. Das Kind soll die Möglichkeit zu eigenem Tun erhalten
  3. Das Kind soll die Möglichkeit haben, seinem eigenen Zeitmaß zu folgen

Wie lässt sich dies erreichen?

Das Kind darf in der sogenannten Freiarbeit seine Tätigkeit frei wählen. Hier kann es den verantwortlichen Gebrauch seiner Freiheit einüben. Aber  –  freiheitliches Handeln muss zielgerichtet und aufbauend sein, ansonsten würde planlose Willkür herrschen. Das Kind wird frei für die Arbeit. Denn das Kind will lernen und unabhängig werden. Interessante Freiarbeitsmaterialien fordern es zum aktiven Lernen auf; es muss nicht erst zum Lernen gezwungen oder überredet werden.

Lehrer können nicht für das Kind lernen, aber die Lernumgebung so gestalten, dass durch vielfältige Lernanregungen das Kind selbst aktiv wird. Der Lehrer muss Hindernisse, die das Kind alleine nicht bewältigen kann, beseitigen; dann aber ist es die Aufgabe des Lehrers, sich zurückzuziehen. Die Bitte eine Kindes „Hilf mir, es selbst zu tun!“ drückt diese Haltung besonders gut aus. Alles, was das Kind alleine schafft, soll der Lehrer ihm nicht abnehmen, so dass das Kind daran wachsen kann. Auch hierbei helfen die Freiarbeitsmaterialien.

Da das Kind auch abstrakte Dinge wirklich „be-greifen“ soll, kommt der Hand in der Montessori-Pädagogik eine besondere Bedeutung zu. Nicht von ungefähr lautet der Leitspruch des Konrad-Adenauer-Gymnasiums seit vielen Jahren schon „Lernen mit Kopf und Hand“.

Mit den Freiarbeitsmaterialien wird in der Montessori-Pädagogik eine extrem starke Individualisierung des Lernens erreicht, von dem alle Schüler, die Leistungsstärksten und auch schwächere Schüler profitieren können. Während Letztgenannte durch die Bearbeitung der Materialien sich eher grundlegendes Wissen aneignen, haben Erstgenannte enorme Möglichkeiten, ihren Wissensdurst zu stillen  und beim Lernen „gesättigt zu werden“. Dabei kommt es bei beiden sehr oft zu einer tiefen Konzentration.

Das individuelle, einzigartige und unverwechselbare Kind steht daher im Mittelpunkt der Montessori-Pädagogik. In der Freiarbeit kann es in einer entspannten Lernatmosphäre gemäß seiner individuellen Bedürfnisse in individuellem Lerntempo lernen. Dabei wird es gleichzeitig in seiner Selbständigkeit und Verantwortungsbereitschaft gefördert. Es übernimmt Mitverantwortung für sein Lernen.

Hören Sie hier, was Antenne Niederrhein über die Montessori-Klasse berichtete:

    • Antenne Niederrhein, Teil 1:

    • Antenne Niederrhein, Teil 2:

Montessori-Pädagogik am Konrad-Adenauer-Gymnasium – mehr als nur Freiarbeit

Im August 2013 begann am Konrad-Adenauer-Gymnasium die erste 5er-Klasse im Montessori-Zweig. Diese ist mittlerweile in der Jahrgangsstufe 8 angekommen, denn der Montessori-Zweig wird am Konrad-Adenauer-Gymnasium nicht nur für Schüler der Unterstufe sondern die Erziehung zur Selbständigkeit und Eigenverantwortung nach Montessori wird auch in der Mittelstufe weitergeführt. Was kennzeichnet die Arbeit in einer Montessori-Klasse im Besonderen aus?

Im Zentrum der Montessori-Pädagogik steht vor allem die sogenannte Freiarbeit, in der der Schüler seine Tätigkeit frei wählen darf. Damit dieses freiheitliche Handeln zielgerichtet und aufbauend geschieht, erhält das Kind auch eine Reihe von Regeln, die es einhalten muss.

Interessante Freiarbeitsmaterialien fordern den Schüler zum aktiven Lernen auf; er muss nicht erst zum Lernen gezwungen oder überredet werden – es entsteht in ihm der Wunsch sich zu bilden und weiter zu entwickeln. Natürlich muss er dabei auch Rücksicht auf seine Mitschüler nehmen. Schüler in der Freiarbeit dürfen nicht machen, was sie wollen, sondern sie wollen, was sie machen. Das ist der große Unterschied – und genau das führt zum konzentrierten und erfolgreichem Lernen.

Lehrer können nicht für das Kind lernen, aber die Lernumgebung so gestalten, dass durch vielfältige Lernanregungen das Kind selbst aktiv wird. Der Lehrer beseitigt Hindernisse, die das Kind alleine nicht bewältigen kann, danach ist er eher Lernbeobachter und Lernbegleiter. Die Bitte eines Kindes „Hilf mir, es selbst zu tun!“ drückt diese Haltung besonders aus. Alles, was das Kind alleine schafft, soll der Lehrer ihm nicht abnehmen, das Kind soll an einer Aufgabe wachsen. Das Freiarbeitsmaterial fördert und unterstützt diesen Lernprozess.

Da das Kind auch abstrakte Dinge wirklich „be-greifen“ soll, kommt der Hand in der Montessori-Pädagogik eine besondere Bedeutung zu. Nicht von ungefähr lautet der Leitspruch des Konrad-Adenauer-Gymnasiums seit vielen Jahren schon „Lernen mit Kopf und Hand“.

Mit den Freiarbeitsmaterialien wird in der Montessori-Pädagogik eine extrem starke Individualisierung des Lernens erreicht, von dem alle Schüler, die Leistungsstärksten und auch schwächere Schüler profitieren können. Während schwächere Schüler sich über das Material eher grundlegendes Wissen aneignen, aber auch Arbeitsprozesse mit Hilfe des vorhandenen Materials immer wiederholen können, stillen leistungsstärkere Kinder ihren Wissensdurst ebenfalls an vorhandenem, anspruchsvollem Montessori-Material. In diesem Prozess kommt es bei beiden Schülergruppen oft zu einer tiefen Konzentration.

Das individuelle, einzigartige und unverwechselbare Kind steht daher im wahrsten Sinne des Wortes im Mittelpunkt der Montessori-Pädagogik. In der Freiarbeit kann es in einer entspannten Lernatmosphäre gemäß seiner individuellen Bedürfnisse in individuellem Lerntempo lernen. Dabei wird es gleichzeitig in seiner Selbständigkeit und Verantwortungsbereitschaft gefördert. Es übernimmt Mitverantwortung für sein Lernen.

Aber Montessori-Pädagogik ist noch viel mehr als die Umsetzung der Freiarbeit.

Fachübergreifendes Lernen: Fachübergreifendes Lernen, bei dem zwei oder drei Fächer inhaltlich und methodisch zeitweise zusammenarbeiten, das bieten schon viele andere Schulen an. In der Montessori-Klasse des Konrad-Adenauer-Gymnasiums arbeiteten die Schüler in allen neun ihrer Fächer zeitgleich am Thema Haustiere, in Deutsch ging es zum Beispiel um Tierbeschreibungen, in Mathematik unter anderem um Rechnungen und Textaufgaben rund um die Haustiere, in Erdkunde standen die Tiere eines Bauernhofes im Fokus und in Physik erarbeiten die Schüler den Themenbereich Optik am Beispiel von Tieraugen.

Beispiel für fachübergreifendes Lernen: Haustiere

Der fächerübergreifende Unterricht hat zum Ziel, in besonderer Weise die Vermittlung von Sach-, Sozial- und Methodenkompetenz miteinander zu verbinden. Diese Zielsetzung ist ausgerichtet auf die Handlungsfähigkeit in der außerschulischen Realität. Das Lernen vor Ort  korreliert mit dieser Zielsetzung. So wurde z. B. das Erlernen der Literaturrecherche auf die Stadtbücherei Kleve verlegt; Tiere des Bauernhofes und die Arbeit des Landwirtes lernten die Schüler bei ihrem Besuch auf Hof Reyers kennen.

Seit ihren Anfängen bis heute hat die Altersmischung in der Montessori-Pädagogik einen zentralen Stellenwert. Denn hierdurch bieten sich vielfältige Anlässe zur gegenseitigen Hilfe, Kooperation und Rücksichtnahme zum Einüben von Toleranz und solidarischem Umgang miteinander an. Umgesetzt wird dies zum einen durch das Coaching-System, das allen Schülern der 5er und 6er Klassen am Konrad-Adenauer-Gymnasium angeboten wird, bei dem Acht- und Neuntklässler Schüler aus den beiden unteren Klassen in vielfältiger Weise betreuen, von der Hilfe beim Packen der Schultasche, über gezieltes Vorbereiten für Arbeiten bis hin zu gemeinsamen Spielen. Des Weiteren arbeiten die Schüler der Montessori-Klasse aber auch mit jüngeren Kindern zusammen. Es sind Schüler aus der Montessori-Grundschule in Griethausen, mit denen die Sekundarschüler u. a. Vorleseaktionen und naturwissenschaftliche Experimente durchführen. Hierdurch erfahren sich die Schüler der 5er-Montessoriklasse als „Gebende im Lernprozess“. Auch innerhalb der Freiarbeit kann jeder Schüler sich einmal als Lehrjunge ein anderes Mal als Lehrmeister erleben, je nachdem, wie weit er sich in die Handhabung einzelner Montessori-Materialien eingearbeitet hat.

Das Lernen mit allen Sinnen wird dadurch ermöglicht, dass die Hände, der Körper und der Geist gleichermaßen angesprochen werden. Schon seit vielen Jahren heißt das Motto des Konrad-Adenauer-Gymnasiums „Lernen mit Kopf und Hand“, was vor allem auch die Montessori-Materialien aus der Freiarbeit bewirken aber auch der handlungsorientierte Wahlpflichtunterricht, an dem alle Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums teilnehmen.

Das kooperative Lernen ist neben dem individuellen Lernen gleichbedeutend in der Montessori-Pädagogik. In der Freiarbeit lernen die Schüler im besonderen Maße sich gegenseitig zu helfen, im Besonderen, wenn sie mit neuen Materialien lernen wollen oder Unklarheiten beseitigt werden müssen. Viele Materialien bieten sich gerade für eine Partnerarbeit an. Immer wieder heißt es: „Rücksicht nehmen und die Bedürfnisse der Gruppe wahrnehmen und respektieren“. Dabei wird die Rolle des Lehrers immer mehr die eines Beobachters und immer weniger der eines Lenkers. Eingreifen muss er dort, wo ein Schüler oder eine Schülergruppe sich selbst nicht organisieren kann oder zu wenig Rücksicht genommen wird. So können das Kind und auch die Gruppe durch eine sich aufbauende Selbstverantwortung immer selbständiger und im Endeffekt auch freier von der Beurteilung durch den Lehrer werden.

Auch die Bewegung nimmt ebenfalls in der Montessori-Pädagogik einen wichtigen Aspekt ein. Damit der Schüler sich auch in der Freiarbeit ungestört bewegen kann, wurde für die Montessori-Klasse ein Doppelraum eingerichtet; ein Tür und ein großes Sichtfenster verbindet Klassenraum und Freiarbeitsraum. Die didaktisch vorbereitete Umgebung ist eine der Hauptvoraussetzungen, dass der Schüler zu einer starken Konzentration beim Lernen kommen kann. Neben den Stühlen und Tischen, die sich individuell nach den jeweiligen Bedürfnissen unterschiedlich anordnen lassen, biete der Freiarbeitsraum viele Schränke, die während er Freiarbeit offen stehen. In diesen stehen die Montessori-Materialien sehr ordentlich aufgeräumt. Die Schränke sind nach Fächern aufgeteilt. Ein Schrank für Sprachmaterial, ein Schrank für Materialien für Mathematik, etc.. Dies dient dazu, dass der Schüler in seinem Lernprozess auch durch die Anordnung der Materialien zu einer inneren Ordnung findet.

Ganz besonders freuen wir uns darauf, dass ab dem nächsten Schuljahr zeitgleich zwei 5er und eine 6er Montessori-Klasse Freiarbeitsstunden haben werden, bei denen die Freiarbeitslehrer sich fachlich ergänzen können

Weitere Informationen zur Umsetzung der Montessori-Pädagogik am Konrad-Adenauer-Gymnasium:

24 Kollegen werden zwei Jahre lang in einem hausinternen Zertifkatskurs zu Montessori-Pädagogen ausgebidet:

Zusammenarbeit mit anderen Klever Montessori-Einrichtungen:

Zeitungsartikel über den Montessori-Zweig

Konrad Adenauer Gymnasium Kleve

Konrad Adenauer Gymnasium Kleve