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Mafia in Deutschland? – Sì, sì!

Im Anschluss an die Unterrichtsreihe zum Thema Mafia hatte der Italienischkurs der Q2 am 23.1. 2018 den Klever Oberstaatsanwalt Herrn Schulz eingeladen, um sich vom ihm die komplizierten Verflechtungen der verschiedenen italienischen Mafia-Organisationen mit der hiesigen Wirtschaft anhand von ganz konkreten Beispielen in Kleve, Kranenburg, Duisburg erläutern erläutern zu lassen, wie z.B. Geldwäsche in hiesigen italienischen Restaurants, Drogenumschlag in Antwerpen, Falschgeldumlauf in Kleve, das Aufbrechen von Bankautomaten in Kranenburg.

In Deutschland investiert die Mafia, besonders die sizilianische Cosa Nostra, hauptsächlich in Bauvorhaben. Man kann davon ausgehen, dass es kaum eine Großbaustelle in Deutschland gebe, bei der nicht die italienische Baumafia ihre Hände im Spiel habe und wo mit Strohfirmen und illegalen Schwarzarbeitern gearbeitet werde, meint Schulz. Bereits im Jahr 2003 habe der Bundesrechnungshof die Steuerausfälle in diesem Bereich in einem Sonderbericht auf jährlich mehrere Milliarden Euro geschätzt, so Guido Schulz. Die Aufdeckung der Machenschaften ist auch deshalb so schwierig, weil die Länder Europas auf der Ebene der Justiz nach sehr unterschiedlichen Prinzipien arbeiten und es noch keine europaweite Anti-Mafia-Einheit gibt, die grenzübergreifend arbeiten könnte.

Was die Schüler bisher über die Machenschaften der Ndrangheta, der Cosa Nostra und der Camorra aus Bildern, Internet-Quellen, Zeitungen und Informationstexten im Unterricht bereits erfahren hatten, verband sich nun mit den spannenden Berichten eines Experten aus seiner persönlichen Erfahrung zu einem beunruhigenden Bild: Die organisierte Kriminalität ist hier schon lange angekommen, Wirklichkeit in unserem Alltag, auch hier auf dem Land am westlichen Zipfel der Republik und sie untergräbt den Rechtstaat beinah unbemerkt, aber auf jeden Fall in stetig zunehmendem Maße!

Text / Foto: Beate Becker

Konrad Adenauer Gymnasium Kleve

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